Bewertung mit Eva - Einführung

EINFÜHRUNGSVIDEO

Machen Sie sich ein erstes Bild und schauen Sie sich das folgende Video zu diesem Tool an:

 

https://www.youtube.com/watch?v=yV_SngJS5-Y

 


Für die Verarbeitung von Lebensmitteln werden ständig neue Technologien entwickelt und eingesetzt. Zudem gab es in der Bio-Verordnung VO 2018/848 im Artikel 16 Abs. 3 folgende Ergänzung:

Die Kommission kann Durchführungsrechtsakte zur Festlegung der zulässigen Verarbeitungsverfahren für Lebensmittel erlassen.

Dies wirft die Frage auf, welche Verarbeitungstechnologien für die Herstellung von biologischen Lebensmitteln geeignet sind. Aus diesem Bedarf heraus wurde „Eva - TechProof“ (EVA = evaluation, Tech = technology, proof = prüfen) als Tool zur Bewertung von Verarbeitungsverfahren entwickelt.

 

Eva bietet eine systematische Vorgehensweise. Eva kann zum Vergleich von Verarbeitungstechnologien zur Herstellung von biologischen wie auch konventionellen Lebensmitteln verwendet werden, da Eva flexibel um zusätzliche Aspekte und Kriterien erweitert werden kann. Eva bietet eine Grundlage zur objektiven Beurteilung von Verarbeitungstechnologien, neue Technologien können auf ihre Biotauglichkeit hin geprüft werden (z.B. novel food Anwendungen) und es bietet eine gute Entscheidungsgrundlage bei technologischen Änderungen, sprich Ersatzinvestitionen. Mit Hilfe der flexiblen Systematik können auch weitere Aspekte in die Bewertung mit einbezogen werden, wie beispielsweise die soziale Nachhaltigkeit oder die ökonomische Nachhaltigkeit.

Wie sieht eine solche systematische Bewertung mit Eva aus?

Mit Eva können bis zu 20 Technologien miteinander verglichen und bewertet werden. Dabei wird die ökologische Nachhaltigkeit, die Nährstoffqualität und die sensorische Qualität der bestehenden und der zu vergleichenden Technologien anhand eines definierten Punktesystems bewertet. Zusätzlich kann auch ein weiterer technologiespezifischer Aspekt, wie beispielsweise die soziale Nachhaltigkeit, hinzugenommen werden.

Für eine Prüfung neuer Technologien ohne Referenztechnologie muss der Benchmark erst entwickelt werden. Dies ist aktuell nicht im Tool enthalten.

Die Systematik von Eva ist wie folgt aufgebaut:

  • Phase 1:

    • Definition der zu vergleichenden Technologien

    • Beschreibung der Prozessschritte der zu vergleichenden Technologien

    • Definition der Systemgrenzen; genaue Beschreibung welche Prozessschritte verglichen werden sollen.

    • Abbildung der zu vergleichenden Prozesse in Form eines flow charts

  • Phase 2:

    • Bestimmung der Aspekte, Kriterien und Indikatoren. Dafür steht eine vorgegebene Auswahl zur Verfügung, welche individuell ergänzt werden kann

    • Analyse der Indikatoren

    • Bewertung der Indikatoren

  • Phase 3:

    • Gewichtung der Aspekte, Kriterien und Indikatoren, um eine abschließende Bewertung der jeweiligen Technologien ermitteln zu lassen.

Jeder Schritt, der bei der Arbeit mit Eva gegangen werden muss, wird durch ein Exceldokument begleitet in das alle notwendigen Informationen eingetragen werden. Die abschließende Bewertungsberechnung findet automatisch statt. Durch das vorgegebene Tool können auch Einzelaspekte wie ökologische Nachhaltigkeit oder Sensorik miteinander verglichen werden.


Anwendungsgebiet:

Ob zur Anschaffung einer neuen Anlage durch Verarbeitungsunternehmen, der Prüfung von Technologien durch die Gesetzgeber oder Verbände, sowie zur Entwicklung neuer Technologien durch Herstellungsunternehmen oder für die Ermittlung der Vorteile und damit als Grundlage für die Kommunikation der Vorteile neu entwickelter Technologien gegenüber anderen Technologien kann Eva eingesetzt werden.

Verarbeiter und Verarbeitungstechnologie-Entwickler bzw. -Hersteller können so jene Technologien auswählen/entwickeln, die einen möglichst niedrigen Umwelteinfluss haben, den Rohstoff möglichst schonend verarbeiten und dem Produkt eine hohe sensorische Qualität und/oder Nährstoffqualität ermöglicht.

Doch auch Bio-Verbände und Gesetzgeber können sich für Technologien einsetzen, die diesen Prinzipien der Bio-Pioniere besonders entsprechen. Bei der Vergleichstechnologie muss es sich hier um eine etablierte und für Bio zulässige Technologie handeln.

Zusammengefasst bildet sich die Zielgruppe aus:

  • Verarbeitungsunternehmen (Bio/Nicht-Bio)

  • Verarbeitungstechnologie-Entwickler/-Hersteller

  • Bio-Verbände (Bioland, Naturland, Bio Suisse)

  • Gesetzgeber (Bsp. EU-Bio Verordnung)